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	<title>Meinung &#8211; Anne Mayer – Expertin für vegane Sporternährung</title>
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	<description>Deine Ansprechpartnerin Nr. 1 für darmfreundliche vegane Sporternährung</description>
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	<title>Meinung &#8211; Anne Mayer – Expertin für vegane Sporternährung</title>
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		<title>Health Claims: Wenn Gesundheitsversprechen zur Werbefalle werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Aug 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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					<description><![CDATA[„Unterstützt dein Immunsystem“, „für mehr Energie“, „gut für deine Knochen“ oder „für einen gesunden Stoffwechsel“, wer Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel kauft, begegnet Gesundheitsversprechen an vielen Stellen. Besonders im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel spielen solche Aussagen eine große Rolle. Dabei können wenige Worte erstaunlich viel bewirken. Denn sobald ein Produkt mit unserer Gesundheit verknüpft wird, geht es nicht...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>„Unterstützt dein Immunsystem“, „für mehr Energie“, „gut für deine Knochen“ oder „für einen gesunden Stoffwechsel“, wer Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel kauft, begegnet Gesundheitsversprechen an vielen Stellen. Besonders im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel spielen solche Aussagen eine große Rolle.</p>



<p>Dabei können wenige Worte erstaunlich viel bewirken. Denn sobald ein Produkt mit unserer Gesundheit verknüpft wird, geht es nicht mehr nur um Geschmack, Preis oder Nährwerte. Es geht um etwas, das für die meisten Menschen einen hohen persönlichen Wert besitzt: gesund zu bleiben, leistungsfähig zu sein und möglicherweise Krankheiten zu vermeiden.</p>



<p><strong>Genau deshalb lohnt es sich, Gesundheitsversprechen kritisch zu betrachten.</strong></p>



<p>Denn innerhalb der Europäischen Union darf ein Unternehmen einem Lebensmittel nicht einfach irgendeine gesundheitliche Wirkung zuschreiben. Für sogenannte <strong>Health Claims</strong> existieren klare rechtliche Vorgaben. Gleichzeitig bedeutet ein rechtlich zulässiger Health Claim noch lange nicht, dass du das beworbene Produkt brauchst oder dass das Lebensmittel insgesamt ernährungsphysiologisch besonders empfehlenswert ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sind Health Claims?</h2>



<p>Ein Health Claim ist vereinfacht gesagt eine gesundheitsbezogene Angabe. Nach der europäischen Health-Claims-Verordnung handelt es sich dabei um Aussagen, mit denen ein Zusammenhang zwischen einem Lebensmittel beziehungsweise einem seiner Bestandteile und der Gesundheit hergestellt, suggeriert oder auch nur mittelbar zum Ausdruck gebracht wird.</p>



<p>Die rechtliche Grundlage dafür bildet insbesondere die <strong>Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel</strong>.</p>



<p>Das Ziel dieser Regelungen ist durchaus sinnvoll: Gesundheitsbezogene Aussagen sollen klar, zutreffend und wissenschaftlich abgesichert sein. Verbraucher*innen sollen nicht mit beliebigen Wirkungsversprechen zum Kauf eines Lebensmittels bewegt werden.</p>



<p>Ein wichtiger Teil dieses Systems ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, kurz <strong>EFSA</strong>. Sie bewertet die wissenschaftlichen Grundlagen, auf denen beantragte Health Claims beruhen. Über die Zulassung entscheidet anschließend die Europäische Kommission im vorgesehenen Verfahren.</p>



<p>Deshalb darf ein Hersteller nicht einfach auf seine Verpackung schreiben, was aus Marketingperspektive besonders überzeugend klingt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Health Claim ist keine beliebige Werbeaussage</h2>



<p>Ein klassisches Beispiel für einen zugelassenen Health Claim ist:</p>



<p><strong>„Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.“</strong></p>



<p>Auf den ersten Blick wirkt dieser Satz relativ unspektakulär. Und genau das ist interessant.</p>



<p>Dort steht nicht: „Vitamin C boostet dein Immunsystem.“ oder „Mit Vitamin C wirst du nicht krank.“ und schon gar nicht: „Vitamin C schützt dich vor Erkältungen.“</p>



<p>Der zugelassene Claim beschreibt vielmehr den Beitrag eines Nährstoffs zu einer <strong>normalen</strong> Körperfunktion. <strong>Diese sprachliche Feinheit ist entscheidend.</strong> Denn zwischen „trägt zu einer normalen Funktion bei“ und „macht dein Immunsystem stärker“ kann in der Wahrnehmung ein erheblicher Unterschied liegen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Health Claims sind an Bedingungen geknüpft</h3>



<p>Dass ein Claim grundsätzlich zugelassen wurde, bedeutet außerdem nicht, dass jedes beliebige Produkt damit werben darf.</p>



<p>Für die Verwendung gelten bestimmte Bedingungen. Das betreffende Lebensmittel muss beispielsweise die Voraussetzungen hinsichtlich des beworbenen Nährstoffs erfüllen. Es reicht deshalb nicht aus, dass ein Produkt irgendwo eine winzige Menge Vitamin C enthält und anschließend prominent mit dessen Funktion für das Immunsystem wirbt.</p>



<p>Wer wissen möchte, welche Health Claims tatsächlich zugelassen sind und unter welchen Bedingungen sie verwendet werden dürfen, kann dafür das <strong><a href="https://food.ec.europa.eu/food-safety/labelling-and-nutrition/nutrition-and-health-claims/eu-register-health-claims_en?prefLang=de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">EU Register of Nutrition and Health Claims</a></strong> der Europäischen Kommission nutzen.</p>



<p>Dort lassen sich zugelassene und nicht zugelassene Health Claims sowie gegebenenfalls die dazugehörigen Verwendungsbedingungen und Einschränkungen nachvollziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nährwertbezogene Angabe oder Health Claim?</h2>



<p>Nicht jede positiv klingende Aussage auf einer Lebensmittelverpackung ist automatisch ein Health Claim.</p>



<p>Begriffe wie beispielsweise:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>„proteinreich“</li>



<li>„zuckerarm“</li>



<li>„fettarm“</li>



<li>„Ballaststoffquelle“</li>
</ul>



<p>sind zunächst <strong>nährwertbezogene Angaben</strong>.</p>



<p>Sie beschreiben bestimmte ernährungsbezogene Eigenschaften eines Lebensmittels und unterliegen ebenfalls gesetzlichen Voraussetzungen.</p>



<p>Eine Aussage wie:</p>



<p><strong>„Vitamin B6 trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“</strong></p>



<p>stellt dagegen einen Zusammenhang zwischen einem Nährstoff und einer Körperfunktion her und ist damit eine gesundheitsbezogene Angabe.</p>



<p>Diese Unterscheidung hilft enorm, wenn du Werbung kritisch beurteilen möchtest.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Besonders kritisch: Lebensmittel sind keine Arzneimittel</h2>



<p>Eine wichtige Grenze wird dort erreicht, wo aus einer gesundheitsbezogenen Aussage ein Versprechen zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer Krankheit wird.</p>



<p>Lebensmitteln dürfen grundsätzlich keine Eigenschaften zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung einer menschlichen Krankheit zugeschrieben werden.</p>



<p>Daneben existiert eine besondere Kategorie zugelassener Health Claims zur <strong>Reduzierung eines Krankheitsrisikofaktors</strong>. Das ist allerdings etwas anderes als die Behauptung, ein Lebensmittel verhindere oder behandle eine Krankheit.</p>



<p>Auch hier lohnt sich deshalb ein sehr genauer Blick auf die Formulierung.</p>



<p>Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln ist diese Unterscheidung wichtig: Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich Lebensmittel und keine Arzneimittel.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das vielleicht größte Missverständnis: Erlaubt bedeutet nicht notwendig</h2>



<p>An dieser Stelle kommen wir zu einem Punkt, den ich aus ernährungswissenschaftlicher Perspektive besonders wichtig finde:</p>



<p><strong>Ein zugelassener Health Claim sagt zunächst etwas über einen bestimmten Zusammenhang zwischen einem Nährstoff beziehungsweise Stoff und der Gesundheit aus. Daraus folgt nicht automatisch, dass du das beworbene Produkt benötigst.</strong></p>



<p>Nehmen wir erneut Vitamin C.</p>



<p>Dass Vitamin C zu einer normalen Funktion des Immunsystems beiträgt, bedeutet nicht automatisch, dass eine zusätzliche Vitamin-C-Zufuhr dein Immunsystem über das normale Niveau hinaus verbessert.</p>



<p>Und es bedeutet erst recht nicht, dass genau das Produkt, auf dessen Verpackung dieser Health Claim steht, für deine Ernährung notwendig ist.</p>



<p>Das klingt zunächst selbstverständlich. Werbung kann diese beiden Aussagen jedoch sehr geschickt miteinander verschmelzen:</p>



<p><strong>„Dieser Nährstoff erfüllt eine wichtige Funktion“ wird gedanklich schnell zu „Also brauche ich dieses Produkt“.</strong></p>



<p>Genau dieser Schluss ist nicht automatisch gerechtfertigt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Health Halo: Wenn ein einzelner Nährstoff das ganze Produkt gesund erscheinen lässt</h2>



<p>Noch problematischer wird es, wenn wir nicht nur auf den beworbenen Nährstoff, sondern auf das gesamte Lebensmittel schauen.</p>



<p>Stell dir beispielsweise ein stark zuckerhaltiges Produkt vor, dem bestimmte Vitamine zugesetzt wurden. Sind die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, können für diese Vitamine zugelassene Health Claims verwendet werden.</p>



<p>Auf der Vorderseite sehen Verbraucher:innen dann möglicherweise vor allem:</p>



<p><strong>„Vitamin X trägt zu … bei.“</strong></p>



<p>Das Produkt bekommt dadurch einen gesundheitlich positiven Anstrich.</p>



<p>Die Verbraucherzentralen kritisieren in diesem Zusammenhang seit Langem das Fehlen verbindlicher Nährwertprofile als Voraussetzung für Health Claims. Dadurch können auch Lebensmittel mit ernährungsphysiologisch eher ungünstiger Zusammensetzung mit bestimmten zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben beworben werden.</p>



<p>Das führt zu einer wichtigen Regel für den Einkauf:</p>



<p><strong>Beurteile niemals das gesamte Lebensmittel anhand eines einzelnen Health Claims.</strong></p>



<p>Dreh die Verpackung um. Schau dir Zutatenliste und Nährwerttabelle an. Und frage dich erst danach, wie relevant die beworbene Eigenschaft für dich tatsächlich ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gesundheitsversprechen treffen uns emotional</h2>



<p>Problematisch wird Gesundheitswerbung insbesondere dann, wenn sie nicht nur informiert, sondern gezielt Emotionen anspricht. <strong>Gesundheit ist dafür geradezu prädestiniert.</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Niemand möchte krank werden</li>



<li>Sportler*innen möchten leistungsfähig bleiben</li>



<li>Eltern möchten ihre Kinder optimal versorgen</li>



<li>Menschen mit Beschwerden wünschen sich Lösungen</li>
</ul>



<p>Und wer das Gefühl bekommt, möglicherweise nicht optimal versorgt zu sein, möchte verständlicherweise etwas dagegen tun.</p>



<p><strong>Marketing kann genau an diesen Bedürfnissen ansetzen.</strong></p>



<p>Besonders aufmerksam solltest du deshalb werden, wenn Werbung zunächst ein Problem oder eine Angst erzeugt und unmittelbar danach das passende Produkt als Lösung präsentiert.</p>



<p>Sinngemäß beispielsweise:</p>



<p><strong>Bist du ständig müde? Vielleicht fehlen dir wichtige Nährstoffe.</strong></p>



<p>Und direkt darunter wartet bereits das passende Supplement. Plötzlich entsteht aus einem sehr unspezifischen Symptom eine konkrete Kaufmotivation. Dabei kann Müdigkeit unzählige Ursachen haben. Eine Werbeanzeige kann keine individuelle Diagnostik ersetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vorsicht vor der Sprache rund um den eigentlichen Claim</h2>



<p>Ein weiterer Punkt wird leicht übersehen: Werbung besteht selten nur aus einem einzigen Satz.</p>



<p>Ein zugelassener Health Claim kann in ein ganzes emotionales Umfeld eingebettet werden – Bilder, Produktname, Testimonials, Überschriften und weitere Formulierungen beeinflussen gemeinsam, welchen Eindruck wir von einem Produkt bekommen.</p>



<p>Deshalb solltest du nicht ausschließlich fragen:</p>



<p><strong>„Steht hier irgendwo ein erlaubter Health Claim?“</strong></p>



<p>Sondern auch:</p>



<p><strong>„Welche Gesamtbotschaft vermittelt mir diese Werbung?“</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Entsteht beispielsweise der Eindruck, dass du ohne das Produkt gesundheitliche Nachteile haben könntest?</li>



<li>Wird ein normales körperliches Phänomen plötzlich als Problem dargestellt?</li>



<li>Wird Angst vor einem Nährstoffmangel erzeugt?</li>



<li>Werden außergewöhnliche Ergebnisse suggeriert?</li>
</ul>



<p>Oder erscheint das Produkt durch Begriffe wie „Detox“, „Boost“, „Balance“ oder ähnliche positiv aufgeladene Formulierungen automatisch gesund, obwohl zunächst unklar bleibt, was damit konkret gemeint ist?</p>



<p><strong>Dann lohnt es sich, genauer hinzusehen.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Testimonials sind kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis</h2>



<p>„Seit ich dieses Produkt nehme, fühle ich mich viel fitter.“</p>



<p>Solche persönlichen Erfahrungsberichte können sehr überzeugend wirken. Wissenschaftlich sind sie jedoch etwas völlig anderes als der Nachweis eines Ursache-Wirkungs-Zusammenhangs.</p>



<p>Wenn eine Person nach der Einnahme eines Produktes eine Verbesserung wahrnimmt, wissen wir allein aufgrund dieser Beobachtung nicht, ob das Produkt dafür verantwortlich war.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Vielleicht haben sich gleichzeitig Schlaf, Ernährung oder Training verändert.</li>



<li>Vielleicht wäre die Veränderung ohnehin eingetreten.</li>



<li>Vielleicht spielt Erwartung eine Rolle.</li>
</ul>



<p>Oder die Person reagiert tatsächlich anders als andere Menschen.</p>



<p>Genau deshalb arbeitet Wissenschaft mit kontrollierten Untersuchungen und nicht ausschließlich mit Vorher-Nachher-Geschichten.</p>



<p>Besonders in sozialen Medien verschwimmen persönliche Erfahrung, Empfehlung und Werbung allerdings schnell miteinander. Je sympathischer oder glaubwürdiger uns eine Person erscheint, desto leichter können wir vergessen, die eigentliche Aussage kritisch zu überprüfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Natürlich“ ist ebenfalls kein Wirksamkeitsnachweis</h2>



<p>Auch Begriffe wie „natürlich“, „pflanzlich“ oder „clean“ können positive Assoziationen hervorrufen.</p>



<p><strong>Doch aus der Herkunft eines Stoffes lässt sich nicht automatisch ableiten, ob eine konkrete gesundheitliche Wirkung wissenschaftlich belegt ist.</strong></p>



<p>Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:</p>



<p><strong>Klingt dieser Inhaltsstoff natürlich oder gesund?</strong></p>



<p>Sondern:</p>



<p><strong>Welche konkrete Wirkung wird behauptet – und gibt es dafür einen zugelassenen Health Claim?</strong></p>



<p>Das ist ein wesentlich nüchternerer Maßstab.</p>



<p>Und genau deshalb ein guter Schutz vor emotionalem Marketing.</p>



<h2 class="wp-block-heading">So kannst du Gesundheitsversprechen selbst überprüfen</h2>



<p>Du musst kein*e Ernährungswissenschaftler*in sein, um Werbung zumindest einer ersten Plausibilitätsprüfung zu unterziehen.</p>



<p>Stell dir bei einem Gesundheitsversprechen fünf Fragen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Was wird hier eigentlich genau behauptet?</strong><br>Geht es um eine normale Körperfunktion oder klingt die Aussage bereits nach Vorbeugung, Behandlung oder Heilung?</li>



<li><strong>Auf welchen Inhaltsstoff bezieht sich die Aussage?</strong><br>Ein Health Claim betrifft häufig einen konkreten Nährstoff oder Stoff – nicht automatisch das gesamte Produkt.</li>



<li><strong>Findet sich der Claim im EU-Register?</strong><br>Im öffentlichen Register der Europäischen Kommission kannst du nach zugelassenen und nicht zugelassenen Health Claims suchen.</li>



<li><strong>Welche Bedingungen gelten für den Claim?</strong><br>Auch ein zugelassener Claim darf nicht automatisch für jedes Lebensmittel verwendet werden.</li>



<li><strong>Was macht die Werbung emotional mit mir?</strong><br>Habe ich gerade tatsächlich eine neue Information erhalten – oder wurde mir zunächst Angst, Unsicherheit oder ein Gefühl der Unzulänglichkeit vermittelt, damit mir anschließend eine Lösung verkauft werden kann?</li>
</ol>



<p>Gerade die letzte Frage finde ich besonders wertvoll.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Warnsignale, bei denen du besonders aufmerksam werden solltest</h2>



<h3 class="wp-block-heading">1. Außergewöhnlich große Versprechen</h3>



<p>Je spektakulärer eine gesundheitliche Wirkung klingt, desto mehr Skepsis ist angebracht.</p>



<p>Ein wissenschaftlich und rechtlich sauber formulierter Health Claim klingt häufig erstaunlich unspektakulär: Ein Nährstoff „trägt zu einer normalen Funktion“ bei.</p>



<p><strong>Werbung klingt dagegen schnell nach Transformation:</strong></p>



<p>Mehr Energie, stärkeres Immunsystem, bessere Leistungsfähigkeit, weniger Beschwerden.</p>



<p>Hier lohnt sich die Frage, welche konkrete Aussage tatsächlich belegt und zugelassen ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Angst wird zum Verkaufsargument</h3>



<p>„Du bekommst nicht genug …“</p>



<p>„Deine Ernährung reicht möglicherweise nicht aus …“</p>



<p>„Schütze dich jetzt …“</p>



<p>Wenn zuerst Unsicherheit erzeugt und anschließend direkt ein Produkt angeboten wird, solltest du besonders kritisch hinschauen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Wissenschaft wird nur angedeutet</h3>



<p>Begriffe wie „wissenschaftlich entwickelt“, „von Expert:innen empfohlen“ oder „klinisch getestet“ klingen nach Evidenz.</p>



<p>Sie beantworten aber noch nicht die entscheidende Frage:</p>



<p><strong>Welche konkrete Wirkung wurde unter welchen Bedingungen tatsächlich nachgewiesen?</strong></p>



<p>Wissenschaftlichkeit entsteht nicht dadurch, dass Werbung wissenschaftlich klingt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gerade in der Sporternährung ist kritisches Denken wichtig</h2>



<p>Im Sport treffen Gesundheits- und Leistungsversprechen auf eine besonders empfängliche Zielgruppe.</p>



<p>Wer regelmäßig trainiert, investiert Zeit und Energie in seinen Körper und möchte verständlicherweise das Beste aus Training und Ernährung herausholen.</p>



<p>Genau dadurch werden Versprechen wie „mehr Energie“, „optimale Regeneration“, „Immunsupport“ oder „Performance Boost“ attraktiv.</p>



<p>Doch bevor du Geld für ein Produkt ausgibst, lohnt sich eine andere Reihenfolge:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was brauche ich überhaupt?</li>



<li>Wie ist meine Ernährung aktuell aufgebaut?</li>



<li>Gibt es tatsächlich eine Versorgungslücke oder einen konkreten Bedarf?</li>



<li>Und wenn ja: Wie lässt sich dieser sinnvoll decken?</li>
</ul>



<p>Erst danach sollte die Frage kommen, welches Produkt dafür geeignet sein könnte.</p>



<p><strong>Nicht umgekehrt.</strong></p>



<p>Denn ein Produkt sollte eine ernährungswissenschaftlich begründete Lösung für einen vorhandenen Bedarf sein und nicht ein durch Werbung erzeugter Bedarf die Begründung für ein Produkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Health Claims verstehen statt Gesundheitsversprechen glauben</h2>



<p>Health Claims sind nicht grundsätzlich etwas Negatives. Im Gegenteil: Die europäischen Regelungen sollen dafür sorgen, dass Unternehmen Lebensmittel nicht mit beliebigen gesundheitlichen Wirkungen bewerben können.</p>



<p>Trotzdem sollten wir zugelassene Health Claims richtig interpretieren.</p>



<p><strong>Zugelassen bedeutet nicht automatisch notwendig.</strong></p>



<p><strong>Ein positiver Effekt eines Nährstoffs macht nicht automatisch das gesamte Lebensmittel empfehlenswert.</strong></p>



<p><strong>Eine persönliche Erfolgsgeschichte ersetzt keinen wissenschaftlichen Nachweis.</strong></p>



<p>Und eine Werbung kann formal sehr wissenschaftlich wirken und uns gleichzeitig emotional beeinflussen.</p>



<p>Deshalb lohnt es sich, bei Gesundheitsversprechen kurz innezuhalten und zu fragen:</p>



<p><strong>Was ist hier tatsächlich belegt – und was soll ich lediglich glauben, fühlen oder kaufen?</strong></p>



<p>Wer diese beiden Ebenen voneinander trennen kann, trifft nicht nur informiertere Kaufentscheidungen. Er*sie entwickelt auch eine der wichtigsten Kompetenzen im Umgang mit Ernährungsinformationen: wissenschaftlich begründete Aussagen von gutem Marketing unterscheiden zu können.</p>



<p>Genau diese Fähigkeit vermittle ich auch nochmal gezielt in meinen <a href="https://veganesporternaehrung.de/11-coachingangebote/" data-type="page" data-id="1017" target="_blank" rel="noreferrer noopener">1:1 Coachings</a>. Denn eine gut geplante Sporternährung sollte nicht davon abhängen, welches Produkt gerade mit dem überzeugendsten Gesundheitsversprechen beworben wird. Entscheidend ist, den eigenen Bedarf zu verstehen, Ernährung fundiert zu planen und Empfehlungen anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse einordnen zu können.</p>



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<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link wp-element-button" href="https://veganesporternaehrung.tentary.com/p/FFArAS" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Du hast offene Fragen bezüglich deiner Sporternährung? Dann buche dir jetzt deinen Termin in meiner <strong>Sporternährungssprechstunde</strong>.</a></div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen und weiterführende Informationen</h2>



<p>Europäische Kommission: <em>Nutrition and Health Claims</em> sowie <em>EU Register of Nutrition and Health Claims</em>.</p>



<p>Europäische Union: Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel.</p>



<p>Verbraucherzentrale: Informationen zu Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln mit Gesundheitsversprechen.</p>



<p><em>Bild bearbeitet mit: Canva | Erstellung des Beitrags mit Unterstützung von GPT-5.6 Sol</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Dann werde doch einfach vegetarisch.“   Warum diese Empfehlung oft am eigentlichen Problem vorbeigeht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 06:51:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vegane Sporternährung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Energieverfügbarkeit Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährungsberatung vegane Sportlerinnen]]></category>
		<category><![CDATA[RED-S]]></category>
		<category><![CDATA[relatives Energiedefizit Sport]]></category>
		<category><![CDATA[vegane ernährung sport]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn vegan zur vermeintlichen Ursache gemacht wird „Dann werde doch einfach vegetarisch.“ Diesen Rat bekam eine meiner Kundinnen von ihrem Arzt. Der Grund: Ihre orthopädischen Beschwerden seien auf ihre vegane Ernährung zurückzuführen. Interessanterweise hatte der Arzt in einem Punkt sogar Recht! Allerdings nicht so, wie er es meinte. Denn die Beschwerden wurden tatsächlich durch ihre...]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Wenn vegan zur vermeintlichen Ursache gemacht wird</h2>



<p>„Dann werde doch einfach vegetarisch.“</p>



<p>Diesen Rat bekam eine meiner Kundinnen von ihrem Arzt. Der Grund: Ihre orthopädischen Beschwerden seien auf ihre vegane Ernährung zurückzuführen.</p>



<p>Interessanterweise hatte der Arzt in einem Punkt sogar Recht! Allerdings nicht so, wie er es meinte.</p>



<p>Denn die Beschwerden wurden tatsächlich durch ihre Ernährung begünstigt. Allerdings nicht, weil sie sich vegan ernährte, sondern weil sie ihrem Körper über einen längeren Zeitraum deutlich zu wenig Energie zur Verfügung gestellt hatte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das eigentliche Problem: Zu geringe Energiezufuhr</h2>



<p>Was meine Kundin nicht wusste: Sie nahm dauerhaft weniger Energie auf, als ihr Körper tatsächlich benötigte.</p>



<p>Die Folge waren typische orthopädische Symptome eines <strong>Relativen Energiedefizits im Sport (RED-S)</strong>.</p>



<p>Entscheidend ist dabei jedoch: Diese Beschwerden wären genauso bei einer vegetarischen oder mischköstlichen Ernährung entstanden. RED-S ist ein multifaktorielles Syndrom, dessen Ursache nicht die Ernährungsform ist, sondern eine dauerhaft unzureichende Energieverfügbarkeit.</p>



<p>Deshalb löst der Wechsel von vegan zu vegetarisch das eigentliche Problem nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum einfache Antworten selten die richtigen sind</h2>



<p>Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, wie schnell die vegane Ernährung pauschal als Ursache gesundheitlicher Probleme angesehen wird.</p>



<p>Dabei wird häufig übersehen, dass hinter Beschwerden komplexe Zusammenhänge stecken. Statt die tatsächliche Ursache zu analysieren, wird die Ernährungsform infrage gestellt.</p>



<p>Leider begegnen mir solche Aussagen nicht nur im Praxisalltag. Auch manche ehemalige Veganer*innen mit großer Reichweite vermitteln den Eindruck, dass vegane Ernährung grundsätzlich problematisch sei, nicht selten verbunden mit dem Verkauf eigener Produkte oder Programme.</p>



<p>Doch pauschale Aussagen helfen niemandem weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vegane Sporternährung funktioniert! Wissenschaftlich und praktisch</h2>



<p>In meiner Arbeit als Ernährungsberaterin höre ich immer wieder Empfehlungen von Ärzt*innen, die nicht mit der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz übereinstimmen.</p>



<p>Das bedeutet nicht, dass Ärzt*innen keine hervorragende Arbeit leisten. Allerdings spielt Ernährungsmedizin in der medizinischen Ausbildung häufig nur eine untergeordnete Rolle. Entsprechend entstehen manchmal Empfehlungen, die eher auf persönlichen Überzeugungen als auf der vorhandenen Studienlage beruhen.</p>



<p>Dabei ist die wissenschaftliche Datenlage eindeutig: Eine gut geplante vegane Sporternährung kann den Bedarf von Sportler*innen decken und leistungsförderlich gestaltet werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn widersprüchliche Empfehlungen verunsichern</h2>



<p>Für Betroffene entsteht dadurch häufig ein Dilemma.</p>



<p>Auf der einen Seite steht die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Auf der anderen Seite eine spezialisierte Ernährungsberatung.</p>



<p>Beiden Personen wird vertraut und beide vertreten unterschiedliche Ansichten.</p>



<p>Aus Unsicherheit versuchen viele dann, beiden Empfehlungen gleichzeitig gerecht zu werden. Das führt häufig dazu, dass letztlich keine der Strategien konsequent umgesetzt wird und die gewünschten gesundheitlichen oder sportlichen Fortschritte ausbleiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mein Fazit</h2>



<p>Vegane Ernährung ist nicht automatisch die Ursache gesundheitlicher Beschwerden.</p>



<p>Werden Probleme vorschnell auf die Ernährungsform geschoben, besteht die Gefahr, dass die eigentliche Ursache übersehen wird. Genau deshalb lohnt sich eine individuelle Analyse der gesamten Ernährung und der persönlichen Lebenssituation.</p>



<p>Denn am Ende geht es nicht um die Frage, ob jemand vegan, vegetarisch oder omnivor lebt, sondern darum, ob der Körper mit allem versorgt wird, was er für Gesundheit, Regeneration und Leistungsfähigkeit benötigt.</p>



<p>Wenn du deine vegane Sporternährung wissenschaftlich fundiert optimieren möchtest und Unsicherheiten vermeiden willst, begleite ich dich gerne in meinem Coaching. Gemeinsam finden wir heraus, was dein Körper wirklich braucht. Individuell, praxisnah und evidenzbasiert.</p>



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</div>



<p><em>Bild bearbeitet mit: Canva | Erstellung des Beitrags mit Unterstützung von ChatGPT 4o</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Weiterführende Studien</h2>



<p>Statuta, Siobhan M., Irfan M. Asif, and Jonathan A. Drezner. &#8220;Relative energy deficiency in sport (RED-S).&#8221; <em>British journal of sports medicine</em> 51.21 (2017): 1570-1571.</p>



<p>Coelho, Alexandra Ruivo, et al. &#8220;The female athlete triad/relative energy deficiency in sports (RED-S).&#8221; <em>Revista Brasileira de Ginecologia e Obstetrícia/RBGO Gynecology and Obstetrics</em> 43.05 (2021): 395-402.</p>



<p>Mountjoy, Margo, et al. &#8220;IOC consensus statement on relative energy deficiency in sport (RED-S): 2018 update.&#8221; <em>British journal of sports medicine</em> 52.11 (2018): 687-697.</p>



<p>Nebl, Josefine, et al. &#8220;The Effect of an 8-Week Vegan Diet on the Nutritional Status and Performance of Semi-Professional Soccer Players—Results of the VegInSoc Study.&#8221; <em>Nutrients</em>, vol. 17, 2025</p>



<p>Vitale, K., and S. Hueglin. &#8220;Update on vegetarian and vegan athletes: a review.&#8221; <em>The Journal of Physical Fitness and Sports Medicine</em>, 2021</p>



<p>Baroni, L., et al. &#8220;The VegPlate for Sports: A Plant-Based Food Guide for Athletes.&#8221; <em>Nutrients</em>, vol. 15, 2023</p>



<p></p>
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		<title>Ich bin ein HOLY-Opfer. Komme ich jetzt in die Sporternährungshölle?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vegane Sporternährung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Elektrolyte Sportgetränk]]></category>
		<category><![CDATA[Holy Hydration]]></category>
		<category><![CDATA[HOLY Hydration Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[HOLY Hydration Inhaltsstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[HOLY Hydration Test]]></category>
		<category><![CDATA[HOLY Sportgetränk]]></category>
		<category><![CDATA[Performance Essentials]]></category>
		<category><![CDATA[Rehydrierung Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Sporternährung Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Sportgetränke Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Sucralose Sporternährung]]></category>
		<category><![CDATA[vegane Sporternährung]]></category>
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					<description><![CDATA[Hinweis: dies ist ein Meinungsbeitrag, aber natürlich mit dem gewissen Etwas Science! Und er ist nicht von HOLY bezahlt oder Ähnliches. Alle, die auf YouTube oder Twitch unterwegs sind, wurden wahrscheinlich schon einmal von ihr verfolgt: der HOLY-Werbung. Lange konnte ich ihr widerstehen und dem Drang, endlich mal diese Getränkepulver auszuprobieren. Es gibt soooo viele...]]></description>
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<p><em>Hinweis: dies ist ein Meinungsbeitrag, aber natürlich mit dem gewissen Etwas Science! Und er ist nicht von HOLY bezahlt oder Ähnliches.</em></p>



<p>Alle, die auf YouTube oder Twitch unterwegs sind, wurden wahrscheinlich schon einmal von ihr verfolgt: der HOLY-Werbung. Lange konnte ich ihr widerstehen und dem Drang, endlich mal diese Getränkepulver auszuprobieren. Es gibt soooo viele interessant klingende Sorten und ich liebe Spaßgetränke! </p>



<p>Doch der Wille war passé, als HOLY im Angebot in der Drogerie war und als gute Deutsche bin ich dann natürlich schwach geworden. Hab direkt mal zwei Probierpäckchen von zwei Geschmäckern mitgenommen und die waren auch ziemlich schnell leer. Ich habe sogar einen Geschmack nachbestellt! HOLY Hydration white peach. Find ich richtig lecker.</p>



<p>Doch ist lecker genug? Was steckt eigentlich IN diesen Hydration-Mischungen und sind sie empfehlenswert? Gehört HOLY in die Ernährungshölle &#8211;  oder Himmel &#8211; und ich gleich mit? Das checken wir jetzt aus und zwar hangeln wir uns jetzt mal an den HOLY-Werbeversprechen entlang (<a href="https://de.holy.com/collections/holy-hydration/products/white-peach" target="_blank" rel="noopener">[1]</a> letzter Aufruf 15.06.2026). <em>(Also nochmal: im Folgenden geht es nur um die HOLY-Hydration Produkte)</em>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Werbeversprechen Nr. 1: Geiler Geschmack</h2>



<p>Geschmack liegt ja im Auge der*des Betrachter*in und ich muss sagen: ja, white peach hat mir geschmeckt, aber die anderen Sorten, die ich bis jetzt probiert habe, haben mich nicht vom Hocker gehauen. Eklig waren sie aber auch nicht.</p>



<p>Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, dass es extrem süß ist. Und das, obwohl ich die Portion für 500 ml Wasser in etwa 750 ml Wasser aufgelöst habe. Ich weiß, ich bin wyld.</p>



<p>Geworben wird außerdem mit 100% natürlichen Fruchtaromen. Da auch auf der Packung nicht mehr dazu steht, glauben wir das jetzt einfach mal. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Werbeversprechen Nr. 2: Gesünder als zuckerhaltige Sportgetränke</h2>



<p>Ob etwas gesund ist oder nicht, hängt doch auch schon davon ab, was man mit dem Lebensmittel erreichen möchte. Gerade in der Sporternährung ist das relevant und auch allgemein: die Dosis macht das Gift und mit einer soliden 80/20 Regel (gesund/&#8221;ungesund&#8221;) kommt man doch SEHR gut durchs Leben.</p>



<p>Gut, wir sind hier im Sportkontext und da finde ich die Aussage sogar schon fast dämlich, vor allem bei einem Hydration Getränk, dass auch von YouTuber*innen immer damit beworben wird, dass man das zum Beispiel beim Sport trinken kann. Und was braucht man auch beim Sport? Energie. Und woher bekommt man die Energie? Zum Beispiel aus Zucker. Wo ist kein Zucker drin? In HOLY Hydration.</p>



<p>Also: zuckerhaltige Getränke sind nicht ungesund. Es ist kontextabhängig und gerade im Ausdauersport lieben wir zuckerhaltige Getränke. Sie versorgen uns mit Energie und so können wir unsere Leistung besser abrufen und auch das Risiko für Verletzungen wird indirekt gesenkt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Werbeversprechen Nr. 2 hat außerdem einen Preis: Zuckeralternativen</h3>



<p>Dass HOLY süß ist, habe ich ja bereits erwähnt. Grund hierfür ist die Kombination aus Stevia und Sucralose.</p>



<p>Ein kurzer Überblick über die Eigenschaften dieser beiden Süßungsmittel:</p>



<p><strong>Stevia</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Pflanzlicher, kalorienfreier Süßstoff</li>



<li>Gilt innerhalb der üblichen Aufnahmemengen als sicher (4 mg/kg Körpergewicht am Tag)</li>
</ul>



<p><strong>Sucralose</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Ebenfalls kalorienfrei</li>



<li>Steht zunehmend in der wissenschaftlichen Diskussion
<ul class="wp-block-list">
<li>Tierstudien zeigen mögliche Auswirkungen auf Darmmikrobiom, Stoffwechselprozesse und Entzündungsmechanismen</li>



<li>Die Datenlage beim Menschen ist aktuell noch nicht eindeutig, 5 &#8211; 15 mg/kg Körpergewicht am Tag scheinen ok zu sein</li>
</ul>
</li>
</ul>



<p>Die Forschung entwickelt sich hier weiter und wir werden in Zukunft sicher noch genauere Studienergebnisse haben. Ich persönlich würde aber empfehlen, Sucralose haltige Speisen und Getränke nicht täglich zu konsumieren.</p>



<p>Jetzt ist natürlich die Frage, wie oft man so ein HOLY-Hydration, oder auch ein anderes Getränk von ihnen trinkt, denn da ist überall Stevia und Sucralose drin. Wahrscheinlich trinkt man die Getränke täglich und im Zweifelsfall auch mehr als 500 mL. Bleibt man dann in den Grenzen? Leider konnte ich nicht herauszufinden, wie viel jetzt von was drinnen ist, zumindest ist aber mehr Stevia als Sucralose enthalten, abgeleitet von der Reihenfolge der Inhaltsstoffe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Werbeversprechen Nr. 3: No Bullshit</h2>



<p>No Bullshit, weil mit echtem Kokoswasser und Gojibeerensaft. </p>



<p><strong>Kokoswasser</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kann nach Belastungen ähnlich gut rehydrieren wie manche Sportgetränke</li>



<li>Enthält relativ viel Kalium, so auch der HOLY Drink, weswegen man bei schwerer Diarrhö, starker Dehydratation oder eingeschränkter Nierenfunktion aufpassen sollte</li>
</ul>



<p><strong>Gojibeerensaft</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Enthält antioxidative Pflanzenstoffe</li>



<li>Es gibt Hinweise auf positive Stoffwechseleffekte</li>



<li>Die Studienlage ist bislang eher klein</li>



<li>Allergische Reaktionen sind möglich</li>



<li>Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten wurden beschrieben</li>
</ul>



<p>Klingt für mich beides nicht unbedingt nach „Bullshit“, aber auch nicht nach dem Gamechanger, als der es teilweise vermarktet wird. Und was mir außerdem auch aufgefallen ist, bespreche ich jetzt bei Versprechen Nummer vier.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Werbeversprechen Nr. 4: Sport Formel durch hochwertige Elektrolyte und Mineralstoffe</h2>



<p>Wenn wir uns die Zusammensetzung der &#8220;Sportformel&#8221; anschauen, fällt auf: Der Salzgehalt liegt bei weniger als 0,1 Gramm pro Portion. Das ist schon fast lustig, denn die Forschung zur Rehydrierung zeigt seit Jahren ziemlich eindeutig, dass vor allem <strong>Natrium</strong> entscheidend dafür ist, Flüssigkeit im Körper zu halten und Schweißverluste auszugleichen. Man könnte also annehmen, dass ein HYDRATION Getränk dann auch das enthält, was man für die HYDRATION braucht.</p>



<p>Kalium, Magnesium, Zink oder B-Vitamine können durchaus sinnvoll sein, allerdings nicht in diesem Kontext oder nur, wenn auch geng Natrium enthalten ist. So ist zum Beispiel Kalium ein wichtiger Elektrolyt, aber es bietet keinen Mehrwert, wenn eben Natrium nicht in ausreichenden Mengen vorhanden ist. Magnesium und Calcium bieten sogar keinen nennenswerten Hydrationseffekt und Zink sowieso nicht. Was die B-Vitamine da machen, weiß niemand so genau, denke ich mal &#8220;Support&#8221;.</p>



<p>Ich verstehe schon, die Basis ist das Kokoswasser und da gibt es eine gewisse Evidenz, dass dieses ebenfalls gut rehydriert. Aber HOLY ist kein 1:1 Kokoswasser und es gibt eben eine viel größere Evidenz dafür, dass Natrium, meist in Form von Natriumchlorid (NaCl, Kochsalz), DER Inhaltsstoff Nummer eins für echte Rehydrierung ist. </p>



<p>Fakt ist aber auch, dass die meisten das Hydrationgetränk nicht nur für die Rehydrierung nach dem Sport nutzen werden. Das wird wohl oft zwischendurch getrunken, von mir ja auch. Eine erhöhte Salzkonzentration wäre da natürlich irgendwie nichts und gut schmecken würde es auch nicht. Ob es dann aber allgemein so gut ist, dass da so viele Mineralien drinnen sind, die man auch ab einer gewissen Menge überdosieren kann? Eine Dosis beinhaltet 15% der empfohlenen Tagesmenge Mineralien. Es steht zwar ein Zusatz, ganz klein auf der Packung, dass man nur einen Shaker am Tag trinken soll, aber wer hält sich schon dran, wenn es schmeckt? (Oder liest das Kleingedruckte&#8230;)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mein Fazit</h2>



<p>Am Ende bleibt für mich eine ziemlich einfache Frage: <strong>Ist HOLY Hydration vielleicht ein bisschen zu viel gewollt?</strong> Müssen Spaßgetränke immer einen Sinn haben? So wie der Eistee mit Ballaststoffen und Vitaminen, den man auch bei HOLY erwerben kann. Wie toll. Ballaststoffe in Getränken!</p>



<p>Zur Beantwortung meiner Frage, müssen wir ehrlich sein, auch ich mit mir selbst: Die wenigsten Menschen trinken HOLY Hydration direkt nach einer harten Trainingseinheit. Meist wird es einfach als Alltagsgetränk konsumiert. Eben als Spaßgetränk! </p>



<p>Und genau so wird es auch beworben, zumindest auf den ersten Blick. Die Logos sind cool und lässig, die Geschmäcker fancy. Das Hydration wirkt für mich wie ein Marketinggag und irgendwie wollen sie für mich dann damit auch zu viel.</p>



<p>Ich finde die Zusätze unnötig, die Sucralose würde ich persönlich gerne streichen und aus meiner Sicht hat das Wasser des Spaßgetränks den besten Rehydrierungseffekt, nicht das Hydration Pulver.</p>



<p>Trotzdem: das Pulver schmeckt gut und wenn man all meine Kritikpunkte berücksichtigen würde, wäre es halt basically Tee. Ich wäre fein damit, aber das lässt sich wohl nicht so schön verkaufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was heißt das jetzt für dich? HOLY heaven oder hell?</h2>



<p>Basierend auf dem aktuellen Wissensstand würde ich persönlich nicht empfehlen, mehrmals täglich Getränke mit Sucralose zu konsumieren, dementsprechend auch nicht HOLY. Obwohl es natürlich sehr lecker schmeckt und mein white peach winkt mir gerade auch aus dem Küchenschrank zu.</p>



<p>Landet man deshalb direkt in der Sporternährungshölle? Wahrscheinlich nicht. Für Wolke sieben wird es aber vermutlich auch nicht mehr reichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sporternährungs-Essentials, die ich aber wirklich empfehlen kann, findest du in meinen Performance Empfehlungen.</h2>



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<p><em>Bild bearbeitet mit: Canva | Erstellung des Beitrags mit Unterstützung von Consensus AI</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Paperquellen</h2>



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<p>Zheng, Z., et al. &#8220;Low Dose of Sucralose Alter Gut Microbiome in Mice.&#8221; Frontiers in Nutrition, vol. 9, 2022, https://doi.org/10.3389/fnut.2022.848392.</p>



<p>Uebanso, Takashi, et al. &#8220;Effects of Low-Dose Non-Caloric Sweetener Consumption on Gut Microbiota in Mice.&#8221; Nutrients, vol. 9, 2017, https://doi.org/10.3390/nu9060560.</p>



<p>Ahmad, Samar Y, et al. &#8220;The Effects of Non-Nutritive Artificial Sweeteners, Aspartame and Sucralose, on the Gut Microbiome in Healthy Adults: Secondary Outcomes of a Randomized Double-Blinded Crossover Clinical Trial.&#8221; Nutrients, vol. 12, 2020, https://doi.org/10.3390/nu12113408.</p>



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<p>S, Singh A., et al. &#8220;Unveiling the profound influence of sucralose on metabolism and its role in shaping obesity trends.&#8221; Frontiers in Nutrition, vol. 11, 2024, https://doi.org/10.3389/fnut.2024.1387646.</p>



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