Junge Frau in Sportkleidung macht vor einem Spiegelselfie ein Peace-Zeichen. Über ihrem Kopf schwebt ein Heiligenschein, während im Hintergrund eine stilisierte Trinkflasche zu sehen ist. Am unteren Bildrand sind Flammen dargestellt, die das Thema „Sporternährungshölle“ humorvoll aufgreifen. Die Person hält ein rotes Smartphone in der Hand und blickt in die Kamera.
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Ich bin ein HOLY-Opfer. Komme ich jetzt in die Sporternährungshölle?

Hinweis: dies ist ein Meinungsbeitrag, aber natürlich mit dem gewissen Etwas Science! Und er ist nicht von HOLY bezahlt oder Ähnliches.

Alle, die auf YouTube oder Twitch unterwegs sind, wurden wahrscheinlich schon einmal von ihr verfolgt: der HOLY-Werbung. Lange konnte ich ihr widerstehen und dem Drang, endlich mal diese Getränkepulver auszuprobieren. Es gibt soooo viele interessant klingende Sorten und ich liebe Spaßgetränke!

Doch der Wille war passé, als HOLY im Angebot in der Drogerie war und als gute Deutsche bin ich dann natürlich schwach geworden. Hab direkt mal zwei Probierpäckchen von zwei Geschmäckern mitgenommen und die waren auch ziemlich schnell leer. Ich habe sogar einen Geschmack nachbestellt! HOLY Hydration white peach. Find ich richtig lecker.

Doch ist lecker genug? Was steckt eigentlich IN diesen Hydration-Mischungen und sind sie empfehlenswert? Gehört HOLY in die Ernährungshölle – oder Himmel – und ich gleich mit? Das checken wir jetzt aus und zwar hangeln wir uns jetzt mal an den HOLY-Werbeversprechen entlang ([1] letzter Aufruf 15.06.2026). (Also nochmal: im Folgenden geht es nur um die HOLY-Hydration Produkte).

Werbeversprechen Nr. 1: Geiler Geschmack

Geschmack liegt ja im Auge der*des Betrachter*in und ich muss sagen: ja, white peach hat mir geschmeckt, aber die anderen Sorten, die ich bis jetzt probiert habe, haben mich nicht vom Hocker gehauen. Eklig waren sie aber auch nicht.

Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, dass es extrem süß ist. Und das, obwohl ich die Portion für 500 ml Wasser in etwa 750 ml Wasser aufgelöst habe. Ich weiß, ich bin wyld.

Geworben wird außerdem mit 100% natürlichen Fruchtaromen. Da auch auf der Packung nicht mehr dazu steht, glauben wir das jetzt einfach mal.

Werbeversprechen Nr. 2: Gesünder als zuckerhaltige Sportgetränke

Ob etwas gesund ist oder nicht, hängt doch auch schon davon ab, was man mit dem Lebensmittel erreichen möchte. Gerade in der Sporternährung ist das relevant und auch allgemein: die Dosis macht das Gift und mit einer soliden 80/20 Regel (gesund/“ungesund“) kommt man doch SEHR gut durchs Leben.

Gut, wir sind hier im Sportkontext und da finde ich die Aussage sogar schon fast dämlich, vor allem bei einem Hydration Getränk, dass auch von YouTuber*innen immer damit beworben wird, dass man das zum Beispiel beim Sport trinken kann. Und was braucht man auch beim Sport? Energie. Und woher bekommt man die Energie? Zum Beispiel aus Zucker. Wo ist kein Zucker drin? In HOLY Hydration.

Also: zuckerhaltige Getränke sind nicht ungesund. Es ist kontextabhängig und gerade im Ausdauersport lieben wir zuckerhaltige Getränke. Sie versorgen uns mit Energie und so können wir unsere Leistung besser abrufen und auch das Risiko für Verletzungen wird indirekt gesenkt.

Das Werbeversprechen Nr. 2 hat außerdem einen Preis: Zuckeralternativen

Dass HOLY süß ist, habe ich ja bereits erwähnt. Grund hierfür ist die Kombination aus Stevia und Sucralose.

Ein kurzer Überblick über die Eigenschaften dieser beiden Süßungsmittel:

Stevia

  • Pflanzlicher, kalorienfreier Süßstoff
  • Gilt innerhalb der üblichen Aufnahmemengen als sicher (4 mg/kg Körpergewicht am Tag)

Sucralose

  • Ebenfalls kalorienfrei
  • Steht zunehmend in der wissenschaftlichen Diskussion
    • Tierstudien zeigen mögliche Auswirkungen auf Darmmikrobiom, Stoffwechselprozesse und Entzündungsmechanismen
    • Die Datenlage beim Menschen ist aktuell noch nicht eindeutig, 5 – 15 mg/kg Körpergewicht am Tag scheinen ok zu sein

Die Forschung entwickelt sich hier weiter und wir werden in Zukunft sicher noch genauere Studienergebnisse haben. Ich persönlich würde aber empfehlen, Sucralose haltige Speisen und Getränke nicht täglich zu konsumieren.

Jetzt ist natürlich die Frage, wie oft man so ein HOLY-Hydration, oder auch ein anderes Getränk von ihnen trinkt, denn da ist überall Stevia und Sucralose drin. Wahrscheinlich trinkt man die Getränke täglich und im Zweifelsfall auch mehr als 500 mL. Bleibt man dann in den Grenzen? Leider konnte ich nicht herauszufinden, wie viel jetzt von was drinnen ist, zumindest ist aber mehr Stevia als Sucralose enthalten, abgeleitet von der Reihenfolge der Inhaltsstoffe.

Werbeversprechen Nr. 3: No Bullshit

No Bullshit, weil mit echtem Kokoswasser und Gojibeerensaft.

Kokoswasser

  • Kann nach Belastungen ähnlich gut rehydrieren wie manche Sportgetränke
  • Enthält relativ viel Kalium, so auch der HOLY Drink, weswegen man bei schwerer Diarrhö, starker Dehydratation oder eingeschränkter Nierenfunktion aufpassen sollte

Gojibeerensaft

  • Enthält antioxidative Pflanzenstoffe
  • Es gibt Hinweise auf positive Stoffwechseleffekte
  • Die Studienlage ist bislang eher klein
  • Allergische Reaktionen sind möglich
  • Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten wurden beschrieben

Klingt für mich beides nicht unbedingt nach „Bullshit“, aber auch nicht nach dem Gamechanger, als der es teilweise vermarktet wird. Und was mir außerdem auch aufgefallen ist, bespreche ich jetzt bei Versprechen Nummer vier.

Werbeversprechen Nr. 4: Sport Formel durch hochwertige Elektrolyte und Mineralstoffe

Wenn wir uns die Zusammensetzung der „Sportformel“ anschauen, fällt auf: Der Salzgehalt liegt bei weniger als 0,1 Gramm pro Portion. Das ist schon fast lustig, denn die Forschung zur Rehydrierung zeigt seit Jahren ziemlich eindeutig, dass vor allem Natrium entscheidend dafür ist, Flüssigkeit im Körper zu halten und Schweißverluste auszugleichen. Man könnte also annehmen, dass ein HYDRATION Getränk dann auch das enthält, was man für die HYDRATION braucht.

Kalium, Magnesium, Zink oder B-Vitamine können durchaus sinnvoll sein, allerdings nicht in diesem Kontext oder nur, wenn auch geng Natrium enthalten ist. So ist zum Beispiel Kalium ein wichtiger Elektrolyt, aber es bietet keinen Mehrwert, wenn eben Natrium nicht in ausreichenden Mengen vorhanden ist. Magnesium und Calcium bieten sogar keinen nennenswerten Hydrationseffekt und Zink sowieso nicht. Was die B-Vitamine da machen, weiß niemand so genau, denke ich mal „Support“.

Ich verstehe schon, die Basis ist das Kokoswasser und da gibt es eine gewisse Evidenz, dass dieses ebenfalls gut rehydriert. Aber HOLY ist kein 1:1 Kokoswasser und es gibt eben eine viel größere Evidenz dafür, dass Natrium, meist in Form von Natriumchlorid (NaCl, Kochsalz), DER Inhaltsstoff Nummer eins für echte Rehydrierung ist.

Fakt ist aber auch, dass die meisten das Hydrationgetränk nicht nur für die Rehydrierung nach dem Sport nutzen werden. Das wird wohl oft zwischendurch getrunken, von mir ja auch. Eine erhöhte Salzkonzentration wäre da natürlich irgendwie nichts und gut schmecken würde es auch nicht. Ob es dann aber allgemein so gut ist, dass da so viele Mineralien drinnen sind, die man auch ab einer gewissen Menge überdosieren kann? Eine Dosis beinhaltet 15% der empfohlenen Tagesmenge Mineralien. Es steht zwar ein Zusatz, ganz klein auf der Packung, dass man nur einen Shaker am Tag trinken soll, aber wer hält sich schon dran, wenn es schmeckt? (Oder liest das Kleingedruckte…)

Mein Fazit

Am Ende bleibt für mich eine ziemlich einfache Frage: Ist HOLY Hydration vielleicht ein bisschen zu viel gewollt? Müssen Spaßgetränke immer einen Sinn haben? So wie der Eistee mit Ballaststoffen und Vitaminen, den man auch bei HOLY erwerben kann. Wie toll. Ballaststoffe in Getränken!

Zur Beantwortung meiner Frage, müssen wir ehrlich sein, auch ich mit mir selbst: Die wenigsten Menschen trinken HOLY Hydration direkt nach einer harten Trainingseinheit. Meist wird es einfach als Alltagsgetränk konsumiert. Eben als Spaßgetränk!

Und genau so wird es auch beworben, zumindest auf den ersten Blick. Die Logos sind cool und lässig, die Geschmäcker fancy. Das Hydration wirkt für mich wie ein Marketinggag und irgendwie wollen sie für mich dann damit auch zu viel.

Ich finde die Zusätze unnötig, die Sucralose würde ich persönlich gerne streichen und aus meiner Sicht hat das Wasser des Spaßgetränks den besten Rehydrierungseffekt, nicht das Hydration Pulver.

Trotzdem: das Pulver schmeckt gut und wenn man all meine Kritikpunkte berücksichtigen würde, wäre es halt basically Tee. Ich wäre fein damit, aber das lässt sich wohl nicht so schön verkaufen.

Was heißt das jetzt für dich? HOLY heaven oder hell?

Basierend auf dem aktuellen Wissensstand würde ich persönlich nicht empfehlen, mehrmals täglich Getränke mit Sucralose zu konsumieren, dementsprechend auch nicht HOLY. Obwohl es natürlich sehr lecker schmeckt und mein white peach winkt mir gerade auch aus dem Küchenschrank zu.

Landet man deshalb direkt in der Sporternährungshölle? Wahrscheinlich nicht. Für Wolke sieben wird es aber vermutlich auch nicht mehr reichen.

Sporternährungs-Essentials, die ich aber wirklich empfehlen kann, findest du in meinen Performance Empfehlungen.

Bild bearbeitet mit: Canva | Erstellung des Beitrags mit Unterstützung von Consensus AI

Paperquellen

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