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Wenn ChatGPT Ernährungspläne schreibt: Was ist dann noch gutes Coaching?

Ein paar Angaben zu persönlichen Vorlieben, sportlichen Zielen und Ernährungsweise eintippen und wenige Sekunden später steht ein Ernährungsplan auf dem Bildschirm. KI-Tools wie ChatGPT machen etwas möglich, das lange als klassische Aufgabe einer Ernährungsberatung galt.

Und ich finde, das wirft eine ziemlich spannende Frage auf: Wenn ChatGPT Ernährungspläne schreiben kann, wofür braucht es dann eigentlich noch Ernährungscoaching?

Meine Antwort darauf ist nicht: weil Menschen grundsätzlich die besseren Ernährungspläne schreiben.

Für mich beginnt die Antwort vielmehr einen Schritt vorher. Denn ich glaube, wir müssen uns fragen, was gutes Ernährungscoaching überhaupt leisten sollte. Wenn meine Arbeit lediglich darin bestehen würde, dir zu sagen, dass du morgens X, mittags Y und abends Z essen sollst, wäre mein eigener Anspruch an Coaching jedenfalls nicht erfüllt.

Mein Ziel ist ein anderes: Ich möchte dich so coachen, dass du mich irgendwann nicht mehr brauchst.

Ein Ernährungsplan ist noch kein Ernährungscoaching

Ein fertiger Ernährungsplan kann durchaus praktisch sein. Er gibt Struktur und beantwortet zunächst eine sehr konkrete Frage: Was esse ich?

Aber Ernährung findet nicht unter gleichbleibenden Bedingungen statt.

Dein Training verändert sich. Dein Alltag verändert sich. Vielleicht bist du unterwegs, hast weniger Zeit zum Kochen, gehst spontan essen oder stellst fest, dass eine Empfehlung, die auf dem Papier sinnvoll erscheint, für dich im Alltag überhaupt nicht funktioniert.

Was machst du dann?

Genau an diesem Punkt zeigt sich für mich der Unterschied zwischen einem Ernährungsplan und einem individuellen Ernährungscoaching.

Denn ich möchte dir nicht für jede denkbare Situation eine neue Vorgabe geben müssen. Ich möchte, dass du zunehmend selbst verstehst, welche Entscheidungen du treffen kannst.

ChatGPT verändert deshalb auch den Anspruch an Ernährungsberatung

Die Möglichkeiten von KI finde ich in diesem Zusammenhang ausgesprochen spannend.

Wer heute einen ChatGPT-Ernährungsplan haben möchte, kann sich innerhalb kürzester Zeit einen erstellen lassen. Auch Rezeptideen, Einkaufslisten oder allgemeine Ernährungsempfehlungen lassen sich mit wenigen Prompts generieren.

Das bedeutet für mich nicht, dass Ernährungsberatung für Sportler*innen, oder auch ganz allgemein, überflüssig wird. Aber es macht noch deutlicher, wo ihr Mehrwert liegen muss.

Wenn ich als Coachin letztendlich nur Informationen weitergebe und daraus einen Plan erstelle, den meine Kund*innen anschließend abarbeiten sollen, unterscheidet sich meine Leistung immer weniger von etwas, das auch automatisiert erstellt werden kann.

Gutes Coaching muss für mich deshalb mehr leisten als Informationsvermittlung und Planerstellung.

Der eigentliche Mehrwert entsteht durch Individualisierung

In einem längerfristigen Coaching lerne ich nicht nur deine Ernährungsweise kennen.

Ich erfahre, wie dein Alltag tatsächlich aussieht. Wie du trainierst. Welche Herausforderungen immer wieder auftreten. Welche Veränderungen funktionieren und welche nicht. Wo theoretische Empfehlungen in der Praxis an ihre Grenzen kommen.

Wir können ausprobieren, beobachten, reflektieren und anschließend anpassen.

Gerade in der veganen Sporternährung ist mir diese individuelle Betrachtung wichtig. Denn eine Empfehlung existiert nicht losgelöst von der Person, die sie umsetzen soll.

Deshalb ist mein Anspruch nicht, dir einen vermeintlich perfekten Plan vorzusetzen.

Wir entwickeln gemeinsam Strategien, die zu deinem Alltag, deinem Training und deinen Zielen passen und verändern sie, wenn sich herausstellt, dass etwas nicht funktioniert.

Nicht nur wissen, WAS du tun sollst, sondern WARUM

Für mich gehört zu gutem Sporternährungscoaching außerdem Wissenstransfer.

Wenn ich dir etwas empfehle, möchte ich nicht, dass du diese Empfehlung ausschließlich deshalb umsetzt, weil „die Ernährungsberaterin das gesagt hat“. Du sollst verstehen, warum wir etwas verändern.

Warum könnte diese Strategie gerade für dich sinnvoll sein? Was wollen wir damit erreichen? Was beobachten wir anschließend? Und wann müssten wir vielleicht wieder etwas verändern?

Denn genau dieses Wissen brauchst du später, wenn eine Situation entsteht, die wir im Coaching nie konkret besprochen haben.

Du sollst nicht für jedes Problem eine fertige Antwort auswendig lernen. Du sollst lernen, selbst Antworten zu finden.

Was passiert, wenn das Coaching irgendwann endet?

Für mich ist das eine der entscheidenden Fragen.

Stell dir vor, wir arbeiten mehrere Monate zusammen. Während dieser Zeit bekommst du von mir für jede Mahlzeit und jede Situation genaue Vorgaben. Dann endet unsere Zusammenarbeit. Und plötzlich sitzt du da und denkst:

„Okay … und was esse ich jetzt?“

Dann hätte ich mein persönliches Ziel als Coachin verfehlt.

Nach einem Coaching musst du natürlich nicht selbst zur*zum Expert*in für pflanzliche Sporternährung geworden sein. Aber du solltest deine eigene Ernährung besser verstehen als vorher.

Du solltest wissen, welche Stellschrauben für dich relevant sind. Du solltest Empfehlungen besser einordnen können. Und du solltest deine vegane Ernährung im Sport zunehmend selbst an Veränderungen in deinem Alltag und Training anpassen können.

Für mich bedeutet gutes Ernährungscoaching deshalb vor allem eines: Kompetenz aufbauen statt Abhängigkeit schaffen.

Und was bedeutet das für Ernährung und KI?

Genau deshalb sehe ich ChatGPT auch nicht grundsätzlich als Konkurrenz zu meiner Arbeit.

Eigentlich finde ich den Gedanken viel interessanter, was passiert, wenn jemand nach einem Coaching KI nutzt.

Vielleicht lässt du dir Rezeptideen erstellen. Vielleicht suchst du Alternativen für eine Mahlzeit. Vielleicht möchtest du Ideen für eine bestimmte Trainingsphase sammeln oder einen Vorschlag an deine persönlichen Vorlieben anpassen.

Der Unterschied zu vorher?

Du kannst viel besser beurteilen, was du da eigentlich als Antwort bekommst.

Du kannst gezieltere Fragen stellen. Du kennst die Hintergründe bestimmter Entscheidungen. Und du kannst eher einschätzen, ob ein Vorschlag zu dir und deiner Situation passt.

Genau darin sehe ich eine große Chance von Ernährung und KI: KI kann ein Werkzeug sein.

Aber ein Werkzeug wird umso hilfreicher, je besser die Person damit umgehen und seine Ergebnisse einordnen kann.

Vielleicht bin ich deshalb nicht die richtige Coachin für dich

Wenn du eine vegane Ernährungsberatung suchst und eigentlich nur möchtest, dass dir jemand einen fertigen Ernährungsplan gibt, den du anschließend möglichst genau abarbeitest, bin ich wahrscheinlich nicht die richtige Coachin für dich.

Denn mein Coaching verlangt auch Mitarbeit.

Ich möchte gemeinsam mit dir reflektieren, ausprobieren und Zusammenhänge verstehen. Ich möchte dir erklären, warum wir bestimmte Veränderungen vornehmen. Und ich möchte, dass du mit der Zeit immer mehr Verantwortung für deine eigene Ernährung übernehmen kannst.

Das bedeutet nicht, dass du von Tag eins an alles selbst wissen musst.

Schließlich suchst du dir gerade Unterstützung, weil du nicht alles selbst wissen und herausfinden möchtest.

Aber unser gemeinsames Ziel sollte sein, dass dein Wissen und deine Sicherheit im Umgang mit deiner Ernährung wachsen.

Aber warum sollte jemand dann langfristig im Coaching bleiben?

An diesem Punkt könnte man meine Argumentation natürlich umdrehen.

Wenn gutes Coaching dazu führen soll, dass du mich irgendwann nicht mehr brauchst, warum begleite ich dann manche Menschen langfristig?

Weil es einen entscheidenden Unterschied zwischen „Ich kann es nicht selbst“ und „Ich möchte es nicht komplett selbst machen“ gibt.

Gerade bei ambitionierten sportlichen Zielen kann Ernährungsmanagement zusätzliche mentale und zeitliche Kapazitäten beanspruchen.

Training, Regeneration und sportliche Ziele müssen mit dem restlichen Alltag zusammengebracht werden. Gleichzeitig können beispielsweise Energiezufuhr und Nährstoffversorgung im Blick behalten und die Ernährungsstrategie bei Veränderungen angepasst werden.

Natürlich kann ein*e gut informierte*r Sportler*in vieles davon selbst übernehmen, aber vielleicht möchte die Person ihre Kapazitäten lieber für etwas anderes nutzen.

Coaching kann auch bewusstes Outsourcing sein

Dann bekommt Sporternährungsberatung eine andere Funktion.

Ich begleite dich nicht langfristig, weil du ohne mich nicht weißt, was du zum Frühstück essen sollst. Du könntest deine Ernährung grundsätzlich selbst managen.

Du entscheidest dich aber bewusst dafür, einen Teil dieses Managements auszulagern und meine Expertise zu nutzen, damit du dich stärker auf dein Training und deine Performance konzentrieren kannst.

Das ist für mich ein völlig anderes Verhältnis als eine dauerhafte Abhängigkeit von Ernährungsplänen.

Du brauchst das Coaching nicht zwingend, du entscheidest dich bewusst dafür.

Was ist also noch gutes Coaching, wenn ChatGPT Ernährungspläne schreibt?

Vielleicht zwingt uns KI dazu, den Wert von Ernährungscoaching noch einmal genauer zu hinterfragen.

Und das finde ich gar nicht schlecht, denn für mich lag dieser Wert ohnehin nie darin, möglichst komplizierte Ernährungspläne zu erstellen.

Er liegt in/im :

  • der Individualisierung
  • der Begleitung
  • gemeinsamen Ausprobieren und Reflektieren
  • der Anpassung an Training und Alltag.

Und vor allem im Wissenstransfer.

Am Ende sehe ich deshalb zwei mögliche Ziele eines guten Ernährungscoachings:

Du hast so viel Wissen, Sicherheit und Erfahrung aufgebaut, dass du deine Ernährung selbstständig steuern kannst und mich nicht mehr brauchst.

Oder:

Du könntest deine Ernährung selbst managen, entscheidest dich bei hohen sportlichen Zielen aber bewusst dafür, einen Teil davon auszulagern und dadurch Kapazitäten für Training und Performance freizuhalten.

Beides ist für mich erfolgreiches Coaching.

Was ich nicht möchte, ist, dass du nach unserer Zusammenarbeit einen Stapel Ernährungspläne besitzt, aber immer noch nicht weißt, was du tun sollst, sobald das echte Leben von diesen Plänen abweicht.

Denn vielleicht ist genau das die entscheidende Antwort auf die Frage aus der Überschrift:

ChatGPT kann dir einen Ernährungsplan schreiben. Gutes Coaching sollte dir dabei helfen, irgendwann zu verstehen, wann du ihn brauchst, wie du ihn einordnest und wann du ihn getrost über den Haufen werfen kannst.

Wenn du deine vegane Sporternährung nicht einfach nach einem vorgegebenen Plan gestalten, sondern verstehen möchtest, wie du sie individuell an deinen Sport, deinen Alltag und deine Ziele anpassen kannst, unterstütze ich dich genau dabei in meinem Ernährungscoaching. Gemeinsam geht es nicht um eine 08/15-Lösung, sondern darum, eine Strategie zu entwickeln, die zu dir passt und die du langfristig auch selbst anwenden kannst.

Und wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wieso ich als deine Coachin nicht gleichzeitig auch deine Freundin sein kann und möchte, dann höre dir die dazu passende Folge von “AnneLysiert vegane Sporternährung” an.

Bild bearbeitet mit: Canva | Erstellung des Beitrags mit Unterstützung von ChatGPT

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